The­men

Digi­ta­li­sie­rung ist nur der Ober­be­griff für ein wei­tes Feld unter­schied­lichs­ter Berei­che mit vie­len Wech­sel­wir­kun­gen und diver­sen ganz indi­vi­du­el­len Fra­ge­stel­lun­gen. Zu den The­men, die das iRights.Lab im natio­na­len wie inter­na­tio­na­len Kon­text bear­bei­tet, gehö­ren ins­be­son­de­re:

Digi­tal­po­li­tik & Stra­te­gi­en
Der tech­ni­sche Fort­schritt lässt sich nicht auf­hal­ten und schrei­tet mit rie­si­gen Schrit­ten voran. Auf diese Ent­wick­lung muss die Gesell­schaft die pas­sen­den Ant­wor­ten parat haben. Des­halb brau­chen wir jetzt drin­gend weit­rei­chen­de Kon­zep­te, um den Anschluss wie­der­her­zu­stel­len und uns für die Zukunft zu wapp­nen.
Algo­rith­men & künst­li­che Intel­li­genz
Wir spre­chen mit unse­rem Smart­pho­ne und in Kürze wer­den uns Autos auto­nom von A nach B beför­dern. Selbst­ler­nen­de Algo­rith­men durch­wüh­len gigan­ti­sche Daten­ber­ge und brin­gen uns Erkennt­nis­se, die uns sonst ver­bor­gen geblie­ben wären, wäh­rend Über­set­zungs­pro­gram­me uns dabei hel­fen, Sprach­bar­rie­ren zu über­win­den. Die Rolle von auto­ma­ti­sier­ten Pro­zes­sen und künst­li­cher Intel­li­genz in unse­rem All­tag nimmt ste­tig zu und bringt viele Fra­gen mit sich. Wir arbei­ten an Ant­wor­ten.
Daten­po­li­tik & Daten­schutz
Die Daten, die wir bewusst oder unbe­wusst hin­ter­las­sen, wer­den oft als Gold des 21. Jahr­hun­derts bezeich­net. Die Ana­ly­se rie­si­ger Daten­men­gen (Big Data) ermög­licht es uns, völ­lig neues Wis­sen zu gene­rie­ren. Aus unse­ren Daten las­sen sich aller­dings auch zahl­rei­che Erkennt­nis­se pri­va­ter oder inti­mer Natur gewin­nen, die wir so nicht immer preis­ge­ben möch­ten. Diese Zwei­schnei­dig­keit macht es not­wen­dig, dar­über zu spre­chen, wie wir wis­sen­schaft­li­chen Fort­schritt und wirt­schaft­li­chen Nut­zen einer­seits mit der Ach­tung und dem Schutz der Pri­vat­sphä­re ande­rer­seits geschickt ver­ei­nen kön­nen.
Werte & Ethik
In der ana­lo­gen Welt haben sich über Jahr­hun­der­te hin­weg Umgangs­for­men her­aus­ge­bil­det, auf die sich unse­re Gesell­schaft ver­stän­digt hat. Diese Zeit gab es in der digi­ta­len Welt, die erst seit weni­gen Jah­ren exis­tiert, noch nicht. Unse­re alt­her­ge­brach­ten Werte las­sen sich nicht in allen Fäl­len auf das Digi­ta­le über­tra­gen. Wir brau­chen einen gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Dis­kurs, an des­sen Ende die Ver­ein­ba­rung neuer Regeln steht.
Rechts­ord­nung
Das Recht passt sich seit jeher den fak­ti­schen Umstän­den mit einer gewis­sen Ver­zö­ge­rung an. Doch nie zuvor ging der tech­ni­sche Fort­schritt und somit der Wan­del unse­rer Lebens­welt so schnell von­stat­ten wie heute. In der Folge sind viele Geset­ze bereits nach weni­gen Jah­ren wie­der ver­al­tet. Wir brau­chen kon­kre­te Vor­schlä­ge mit Weit­sicht, um unse­re Rechts­ord­nung für diese schnell­le­bi­ge Zeit fit zu machen.
Inter­net Gover­nan­ce & Betei­li­gung
Jede und jeder hat die Mög­lich­keit, sich mit­hil­fe des Inter­nets an der poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Wil­lens­bil­dung zu betei­li­gen und mit ande­ren aus­zu­tau­schen. Das Netz ist von Men­schen für Men­schen gemacht. Auf­grund der Bedeu­tung des Net­zes für den gesell­schaft­li­chen Dis­kurs soll­te es nicht unde­mo­kra­tisch von oben herab regu­liert wer­den. Statt­des­sen müs­sen in einem Multi-Sta­ke­hol­der-Ansatz Regie­run­gen, die Pri­vat­wirt­schaft und die Zivil­ge­sell­schaft zusam­men­kom­men, um gemein­sam Prin­zi­pi­en und Regeln zu ver­ein­ba­ren, wel­che die Wei­ter­ent­wick­lung und Nut­zung des Inter­nets betref­fen.
Inter­net der Dinge
Schon heute kann der Kühl­schrank selbst­stän­dig neue Milch bestel­len, lässt sich das Ther­mo­stat aus der Ferne per App steu­ern und ruft der Herz­schritt­ma­cher bei einem Not­fall auto­ma­tisch den Ret­tungs­wa­gen. In den kom­men­den Jah­ren wird es immer mehr Anwen­dungs­fäl­le geben, in denen Gegen­stän­de aus unse­rem All­tag mit dem Inter­net ver­bun­den sind. Den damit ein­her­ge­hen­den Vor­tei­len ste­hen min­des­tens eben­so große daten­schutz­recht­li­che Risi­ken gegen­über. Diese gilt es aus­zu­lo­ten, in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung prä­sent zu machen und ihnen durch Ansät­ze wie „pri­va­cy by design“ vor­zu­beu­gen.
Zukunft der Arbeit & Sozi­al­sys­te­me
Nicht nur in Deutsch­land, son­dern auch inter­na­tio­nal ist die Arbeits­welt durch Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung ein­schnei­den­den Ver­än­de­run­gen aus­ge­setzt. An einem Ende ent­ste­hen neue Jobs, aber am ande­ren Ende gehen auch viele ver­lo­ren. Wir müs­sen ver­schie­de­ne Model­le ent­wi­ckeln und dis­ku­tie­ren, um die Fol­gen die­ses Pro­zes­ses abzu­fan­gen und zu einer gesell­schaft­lich vor­teil­haf­ten Lösung zu kom­men.
Urhe­ber­recht & ande­re Imma­te­ri­al­gü­ter­rech­te
Ohne recht­li­che Exper­ti­se kann man eigent­lich nicht im Netz agie­ren, ohne frü­her oder spä­ter einen Rechts­bruch zu bege­hen. Zu kom­pli­ziert sind die unzäh­li­gen Regeln mit ihren Aus­nah­men und Rück­aus­nah­men. Hier bedarf es einer­seits Auf­klä­rung auf Sei­ten der Nut­zer und ande­rer­seits müs­sen kon­struk­ti­ve Vor­schlä­ge für ein moder­nes Rege­lungs­sys­tem gemacht wer­den, das ver­ständ­lich ist, Leis­tun­gen ange­mes­sen schützt und Krea­ti­vi­tät und Inno­va­tio­nen för­dert.
Open Access & Open Edu­ca­tio­nal Resour­ces (OER)
Dank des Inter­nets bie­tet sich erst­mals die Chan­ce, Wis­sen welt­weit und für jeden kos­ten­los zugäng­lich zu machen. Dafür müs­sen zunächst ein­mal Mate­ria­li­en erstellt wer­den, die ent­ge­gen der noch gän­gi­gen Pra­xis frei ver­füg­bar sein kön­nen. Soge­nann­te offe­ne Lizen­zen tra­gen zu einer größt­mög­li­chen Ver­brei­tung sol­cher Mate­ria­li­en bei und ermög­li­chen jedem den frei­en Zugang zu Wis­sen. Über die­sen dop­pel­ten Nut­zen muss wei­ter auf­ge­klärt wer­den, damit sich mehr Men­schen und Unter­neh­men die­ser zukunfts­wei­sen­den Ent­wick­lung anschlie­ßen.
Bil­dung- & For­schungs­po­li­tik
Bun­des­weit sto­ßen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen auf Her­aus­for­de­run­gen, wenn sie die Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­sie­rung effek­tiv für sich nut­zen wol­len. Die wich­tigs­ten Grün­de dafür sind Kom­pe­tenz­lü­cken des Fach­per­so­nals sowie ein recht­li­ches Minen­feld. Beide Pro­ble­me müs­sen mit ziel­füh­ren­den Kon­zep­ten schnellst­mög­lich ange­gan­gen wer­den.
Wirt­schaft- & Inno­va­ti­ons­po­li­tik
Im Zuge der Digi­ta­li­sie­rung hat sich die Wirt­schaft dra­ma­tisch ver­än­dert. Zu den wert­volls­ten Unter­neh­men gehö­ren jetzt Tech-Kon­zer­ne, die oft erst seit ver­gleichs­wei­se kur­zer Zeit am Markt tätig sind. Genau­so schnell wie sie gekom­men sind, kön­nen sie auch wie­der ver­schwin­den. Um als Wirt­schafts­stand­ort nicht den Anschluss zu ver­lie­ren, müs­sen wir neue Wege der Koope­ra­ti­on ein­schla­gen und die rich­ti­gen Anrei­ze zur För­de­rung inno­va­ti­ver Ideen set­zen.
Block­chain-Tech­no­lo­gie
Block­chains sind dezen­tra­le öffent­li­che Daten­ban­ken, die auf gro­ßen Men­gen von Com­pu­tern gleich­zei­tig gespei­chert und aktua­li­siert wer­den. Per Defi­ni­ti­on kann jeder in einer öffent­li­chen Block­chain Ein­trä­ge lesen und schrei­ben. Man­che Block­chain-Pro­to­kol­le erlau­ben zudem das dezen­tra­le Aus­füh­ren von Pro­gram­men auf den Rech­nern, die Teil eines Block­chain-Netz­werks sind. Sol­che Pro­gram­me wer­den oft als Smart Con­trac­ts bezeich­net. Die bekann­tes­ten Anwen­dungs­fäl­le sind Kryp­towäh­run­gen wie zum Bei­spiel Bit­coin, es gibt jedoch diver­se wei­te­re Nut­zungs­sze­na­ri­en in den ver­schie­dens­ten Berei­chen. Dazu gehö­ren etwa eine erhöh­te Trans­pa­renz von Ver­triebs­we­gen oder Repu­ta­ti­ons­funk­tio­nen im Jour­na­lis­mus.
Sicher­heit & Ver­trau­en
Der Mensch braucht einen pri­va­ten Rück­zugs­raum. Weil wir jedoch zumin­dest mit unse­ren Smart­pho­nes per­ma­nent online sind und per­sön­li­che Daten wie Fotos in Cloud-Spei­chern lagern, ist es für Regie­run­gen, Unter­neh­men und Ein­zel­per­so­nen deut­lich leich­ter gewor­den, unse­re Pri­vat­sphä­re zu infil­trie­ren. Hier reicht es nicht, die Ver­ant­wor­tung an die Nut­zer wei­ter­zu­ge­ben und sie auf Risi­ken hin­zu­wei­sen. Wir müs­sen statt­des­sen über­grei­fend Regeln fin­den, die ein siche­res Leben ermög­li­chen und vor allem auch für deren Ein­hal­tung und Durch­set­zung sor­gen.
Digi­ta­ler Staat & inno­va­ti­ve Ver­wal­tung
Es gibt bereits erste Ansät­ze dafür, wie der Staat die Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­sie­rung zum Nut­zen sei­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gezielt ein­setzt. Zuneh­mend mehr Ange­le­gen­hei­ten kön­nen elek­tro­nisch geklärt wer­den. Durch die inte­grie­ren­de Wir­kung des Inter­nets kön­nen sich Men­schen leich­ter an öffent­li­chen Pro­zes­sen betei­li­gen. Dar­über hin­aus sor­gen moder­ne Com­pu­ter­pro­gram­me und der Ein­satz der elek­tro­ni­schen Akte für eine effek­ti­ve­re Ver­wal­tung. Diese Pro­zes­se gilt es zu unter­stüt­zen und wei­ter vor­an­zu­trei­ben.