Publikation: Wer regiert das Internet? – Akteure und Handlungsfelder

Internet Governance beschäftigt sich damit, wie das Netz technisch, gesellschaftlich und politisch funktionsfähig bleibt. Wie funktioniert Internetregulierung genau und welche Steuerungsmöglichkeiten gibt es? Diese Fragen und noch viele mehr beantwortet die Broschüre „Wer regiert das Internet?“

„Wer regiert das Internet?“ wurde vom iRights.Lab im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt. Renommierte Autorinnen und Autoren geben einen Überblick über die Geschichte der Internetregulierung, erläutern Regulierungsansätze und zeigen Gestaltungsmöglichkeiten auf. Darüber hinaus werden die relevanten Akteure in dem Bereich vorgestellt, ein Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe und weiterführende Links, Informationen und Literaturhinweise helfen bei der weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema.

Die Broschüre spricht auf der einen Seite Interessierte an, die sich einen ersten Überblick über das Thema Internet Governance verschaffen wollen, stellt aber auch aktuelle Diskussionen dar, so dass sich versiertere Internetnutzerinnen und -nutzer über den aktuellen Status quo informieren können.

„Die Publikation soll informieren, aufklären und aktivieren. Nur wenn Regulierung transparenter wird und Menschen sich aktiv beteiligen, wird sie besser und gerechter.”
Philipp Otto, Founder & Executive Director des iRights.Lab

Die Handlungsfelder der Internetregulierung sind vielseitig und komplex – und betreffen Infrastruktur und Entwicklungszusammenarbeit, Menschen- und Bürgerrechte sowie Sicherheitspolitik und Rechtsentwicklung. Johanna Niesyto, Leiterin Medienpolitik bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, schreibt in ihrem Vorwort: „Es geht um Zugang zum Internet, um Menschen­ und Bür­gerrechte, um gesellschaftliche, kulturel­le wie wirtschaftliche Teilhabe aller, um gerechten globalen Handel und darum, dass das Netz der Netze zu jederzeit sicher und einwandfrei läuft.”

Im Fokus der Internetregulierung stehen deshalb die folgenden Leitfragen, die es in diesem kontinuierlichen Prozess zu beantworten gilt:

  • Wie können die Freiheitsrechte im Netz möglichst für alle gewährleistet werden?
  • Wie soll der globale Handel über das Internet aussehen?
  • Wer sorgt dafür, dass die technische Infrastruktur des Internets auch in Zukunft einwandfrei funktioniert?

Damit alle weiterhin gleichberechtigt Zugang zum Netz haben, kann die Entwicklung des Netzes nicht stehenbleiben, sondern muss unter Berücksichtigung dieser Leitfragen aktiv vorangetrieben werden.

In verschiedenen Interviews und Statements kommen deshalb Gestalterinnen und Gestalter der digitalen Gesellschaft zu Wort und erläutern ihre Sicht auf Internet Governance. Kirsten Fiedler, Geschäftsführerin des Netzwerkes European Digital Rights, bemängelt: „Datenschutz, Massenüberwachung und Urheberrecht – dies sind nur einige der netzpolitischen Themen, die rund um die Erde ausgefochten werden und bei denen Grundrechte oft auf der Strecke bleiben.“ Prof. Michael Rotert, Vorstandsvorsitzender des eco – Verband der Internetwirtschaft e.V., wünscht sich Stimmenvielfalt im Regulierungsprozess: „Wenn nur Staaten entscheiden dürften, was im Internet zu sehen ist, wäre das fatal für die Zivilgesellschaft.”

Die Broschüre „Wer regiert das Internet?“ (PDF, ca. 5 MB) kann kostenlos hier bei uns oder bei der Friedrich-Ebert-Stiftung heruntergeladen werden.