Forschungsmonitor Informationsintermediäre neu erschienen

Soziale Medien und Netzwerke, Suchmaschinen und Videoportale wirken sich mehr denn je auf die öffentliche Meinungsbildung aus. Wie genau, welche Prozesse und Mechanismen hier entscheidende Rollen spielen und welche Erkenntnisse die Wissenschaft dazu erlangt hat, soll nun in einer neuen Publikationsreihe erfasst werden.

Im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW erstellt der Think Tank iRights.Lab den Forschungsmonitor Informationsintermediäre. Dieser liegt nun in seiner ersten Ausgabe vor und wird in der Zukunft alle vier Monate erscheinen.

Der Monitor wird dabei die deutsch- und englischsprachige Forschung zu den Effekten und Auswirkungen der Informationsintermediäre auf die öffentliche Meinung, die Funktionsweise von künstlicher Intelligenz bei der Selektion von Inhalten oder etwa die Kommunikation von echten oder vermeintlichen Fakten und Informationen zusammenfassen und kritisch einordnen. Auch Beobachtungen wie etwa die zunehmende Zahl an bildlichen und emotionalen Äußerungen, Kommentaren und Meinungsbeiträgen zwischen den Teilnehmer*innen des öffentlichen Diskurses ist Gegenstand der Betrachtungen. Damit soll ein stetiger  Überblick über den aktuellen Forschungsstand geschaffen werden, der aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen, laufende Forschungsprojekte in Deutschland und Europa genauer beleuchtet. Dabei werden die wichtigsten Entwicklungen hervorgehoben und bewertet.

In seiner ersten Ausgabe beschäftigt sich der Forschungsmonitor mit der Frage nach der Rolle von Algorithmen und führt den Sammelband  „(Un)berechenbar? Algorithmen und Automatisierung in Staat und Gesellschaft“ auf. In kurzen „Takeaways“ werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst. Der Band ist im Juni erschienen und wurde vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT publiziert.

Weitere Themen sind unter anderem die Spannung zwischen Nachrichtenmedien und Informationsintermediären, die Rolle von Öffentlichkeit im Netz, die Entwicklung von Massenmedien und die Auswirkungen von Filterblasen und dem „Wunsch nach ständigen Breaking News“.

Nicht nur der aktuelle Wissensstand im betreffenden Themenfeld wird aufgezeigt, sondern auch Möglichkeiten der weiteren Vertiefung zusammengefasst: Sowohl weiterführende Literatur als auch anstehende Kongresse, Tagungen und Veranstaltungen sind Teil der Publikation.

Philipp Otto, der Direktor des iRights.Lab, hält ein solches Monitoring für unbedingt notwendig:

„Wenn es darum geht, wie Informationen heute rezipiert werden und wie sich Menschen über eine Vielzahl früher nicht gekannter Plattformen und Kommunikationsmodulen austauschen, dann wird Ihnen der Forschungsmonitor einen wertvollen Einblick geben. Die Publikation soll eine regelmäßige Zusammenfassung des Wissensstandes sein und kann außerdem dabei helfen, den Menschen die Grundkompetenz im Umgang mit Medien zu vermitteln.“

Die erste Ausgabe des Forschungmonitors trägt den Titel „Die ‘Blackbox Society’  und der Ruf der Wissenschaft nach Aufklärung“ und steht hier als Download und Volltext online zur Verfügung.

Außerdem finden Sie weitere Infos auf der Website der Medienanstalt NRW.