Der neue Debat­ten­mo­ni­tor ist erschienen

Wie steht es um die Vielfalt in Medien und Journalismus im digitalen Wandel?

Die zweite Ausgabe des tbd – der Debattenmonitor der Landesanstalt für Medien NRW befasst sich unter dem Titel „Vielfalt im Wandel – Medien und Journalismus weiterentwickeln“ mit den Veränderungen, die die Digitalisierung für das journalistische Arbeiten und die Qualität journalistischer Berichte mit sich bringen.

Die Digi­ta­li­sie­rung hat das Poten­ti­al, Inhal­te und Medi­en­an­ge­bo­te viel­fäl­ti­ger zu machen: Mehr Men­schen kön­nen sich öffent­lich äußern und ihre The­men plat­zie­ren. Gleich­zei­tig kämp­fen dadurch viel mehr Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­te um Auf­merk­sam­keit. Des­halb wer­den Inhal­te online bei­spiels­wei­se in sozia­len Netz­wer­ken und Such­ma­schi­nen Auto­ma­ti­siert gefil­tert. Die Art und Weise des Fil­terns sorgt viel­fach dafür, dass die Nutzer:innen nicht die größt­mög­li­che Viel­falt erreicht. Hinzu kommt, dass eini­ge Akteu­re die Fil­ter­me­cha­nis­men und Funk­tio­nen ent­spre­chen­der Online-Ange­bo­te gezielt aus­nut­zen, um Mei­nungs­bil­der zu mani­pu­lie­ren oder bestimm­te Stim­men aus den Dis­kur­sen zu drän­gen. Auch das begrenzt Viel­falt und beein­flusst teil­wei­se die Bericht­erstat­tung klas­si­scher Medi­en, die sich immer wie­der an den „tren­ding topics“ online ori­en­tie­ren. Zudem kon­zen­trie­ren sich die Nutzer:innen im Inter­net bei der Suche nach Infor­ma­tio­nen häu­fig auf ihre eige­nen The­men- und Mei­nungs­prä­fe­ren­zen, was mit­hil­fe sozia­ler Netz­wer­ke, Such­ma­schi­nen oder Platt­for­men ein­fach mög­lich ist.

Ins­ge­samt zeigt sich auch die jour­na­lis­ti­sche Bericht­erstat­tung nicht aus­rei­chend viel­fäl­tig. Denn sie spie­gelt nicht die Viel­falt wider, die gesell­schaft­li­che Rea­li­tät ist. Das ist erkenn­bar an den Quel­len, die Journalist:innen ver­wen­den, aber auch daran, wie sich die Beleg­schaft in Redak­tio­nen und ins­be­son­de­re Chef­eta­gen zusam­men­setzt. Einer der Grün­de dafür ist finan­zi­el­ler Druck, der seit eini­gen Jah­ren unter ande­rem durch digi­ta­le Ange­bo­te steigt. Jedoch spie­len gesell­schaft­li­che Ste­reo­ty­pe und struk­tu­rel­le Dis­kri­mi­nie­run­gen eben­falls eine Rolle – sowohl in der Beset­zung von Stel­len in Redak­tio­nen als auch in der Daten­grund­la­ge und Gestal­tung algo­rith­mi­scher Sys­te­me, die Inhal­te für uns fil­tern. Um dem zu begeg­nen, ist ein Umden­ken im Jour­na­lis­mus notwendig.

Im Debat­ten­mo­ni­tor stel­len wir die Ver­än­de­run­gen im Hin­blick auf Diver­si­tät, Her­aus­for­de­run­gen und Auf­ga­ben des Jour­na­lis­mus dar. Wir zei­gen die ver­schie­de­nen Posi­tio­nen auf, bie­ten Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und geben Tipps für wei­ter­füh­ren­de Texte und Ver­an­stal­tun­gen zum Thema.

Hier geht es zur aktu­el­len Aus­ga­be, hier zu wei­te­ren Aus­ga­ben des Debattenmonitors.

Der Debat­ten­mo­ni­tor greift Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu digi­tal­po­li­ti­schen Debat­ten auf, legt sie über­sicht­lich dar und stellt unter­schied­li­che Posi­tio­nen gegen­über. Ziel ist es, die Leser:innen in ver­schie­de­ne The­men­fel­der ein­zu­füh­ren und sie zum Nach- und Über­den­ken von Stand­punk­ten anzu­re­gen. Zu die­sem Zweck erklärt der Debat­ten­mo­ni­tor kom­ple­xe Zusam­men­hän­ge ver­ständ­lich und lädt die Leser:innen ein, sich mit für sie bedeut­sa­men Fra­gen der Gesell­schaft von heute und mor­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen. Wir iden­ti­fi­zie­ren darin nicht zuletzt Trends und Hand­lungs­fel­der in den The­men­be­rei­chen Online-Medi­en, Social Web, Jour­na­lis­mus und Dis­kurs­kul­tur im digi­ta­len Wandel.

Für die Lan­des­an­stalt für Medi­en NRW erstel­len wir auch den alle vier Mona­te erschei­nen­den For­schungs­mo­ni­tor „fyi“. Mehr dazu fin­den Sie hier.

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