Wir prä­sen­tie­ren die #Algo­Ru­les

iRights.Lab und Bertelsmann Stiftung stellen Algo.Rules vor

Foto: Yannick Haan

Algorithmen bestimmen immer häufiger für und über Menschen und entscheiden somit über gesellschaftliche Teilhabe. Damit die Digitalisierung zu mehr Chancen für alle Menschen führt, braucht es Regeln. Bertelsmann Stiftung und iRights.Lab haben deshalb die Algo.Rules entwickelt, mit denen ethische Standards im Programmcode verankert werden können.

Die Ent­schei­dun­gen von algo­rith­mi­schen Sys­te­men haben erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf unser Leben. Ber­tels­mann Stif­tung und der unab­hän­gi­ge Think Tank iRights.Lab haben in einem brei­ten Betei­li­gungs­pro­zess gemein­sam Regeln für die Gestal­tung algo­rith­mi­scher Sys­te­me erar­bei­tet und vor­ge­stellt.

Bei die­sen soge­nann­ten „Algo.Rules” han­delt es sich um einen Kata­log an for­ma­len Kri­te­ri­en, die eine gesell­schaft­lich för­der­li­che Gestal­tung algo­rith­mi­scher Sys­te­me ermög­li­chen und erleich­tern sol­len. Die Regeln schaf­fen Vor­aus­set­zun­gen für ethi­sche Erwä­gun­gen und für die Um- und Durch­set­zung recht­li­cher Rah­men­be­din­gun­gen im Zeit­al­ter von Algo­rith­men. Diese Kri­te­ri­en sol­len bereits bei der Ent­wick­lung der Sys­te­me mit­ge­dacht und „by design“ imple­men­tiert wer­den.

Die Algo.Rules rich­ten sich an alle Per­so­nen, die einen wesent­li­chen Ein­fluss auf die Ent­ste­hung, Ent­wick­lung und Anwen­dung von algo­rith­mi­schen Sys­te­men haben. Für Jörg Drä­ger, Vor­stand der Ber­tels­mann Stif­tung, steht die Not­wen­dig­keit guter Regeln für Algo­rith­men außer Frage: „Wir müs­sen bestehen­de gesell­schaft­li­che Nor­men mit ins digi­ta­le Zeit­al­ter neh­men. Dazu brau­chen wir Regeln für all jene, die mit Algo­rith­men arbei­ten, sie ent­wer­fen oder anwen­den.“

Algo­rith­mi­sche Sys­te­me wer­den in immer mehr Berei­chen ange­wen­det. Mit ihrer Hilfe wer­den Ent­schei­dun­gen getrof­fen, die erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf unser Leben haben. Sie brin­gen eben­so Chan­cen wie Risi­ken mit sich. Es liegt in unse­rer Hand, gemein­sam dafür zu sor­gen, dass algo­rith­mi­sche Sys­te­me zum Wohle der Gesell­schaft gestal­tet wer­den. Die in den Men­schen­rech­ten abge­bil­de­ten indi­vi­du­el­len und kol­lek­ti­ven Frei­hei­ten und Rech­te sol­len durch algo­rith­mi­sche Sys­te­me gestärkt, nicht ein­ge­schränkt wer­den. Regu­lie­run­gen zum Schutz die­ser Nor­men müs­sen durch­setz­bar blei­ben. Um das zu errei­chen, haben wir gemein­sam mit Expert*innen und der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit die vor­lie­gen­den Algo.Rules ent­wi­ckelt.

Die Kri­te­ri­en sind Ergeb­nis eines umfang­rei­chen Ent­wick­lungs- und Betei­li­gungs­pro­zes­ses: In Work­shops mit Expert*innen, Tele­fon­in­ter­views sowie einer breit ange­leg­ten Online­be­fra­gung wur­den die Regeln auf­ge­stellt. Ins­ge­samt haben sich rund 400 Per­so­nen aus unter­schied­lichs­ten gesell­schaft­li­chen Berei­chen und wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen betei­ligt. Phil­ipp Otto vom unab­hän­gi­gen Think Tank iRights.lab: „Der brei­te Betei­li­gungs­pro­zess zur Ent­wick­lung der Algo.Rules war inspi­rie­rend und anre­gend. Wir haben sehr schnell erkannt: Der Bedarf nach einem Kri­te­ri­en­ka­ta­log, wie wir ihn nun vor­le­gen, ist rie­sen­groß und wird gera­de­zu hän­de­rin­gend ver­misst.“

Eine der betei­lig­ten Exper­tin­nen ist die ehe­ma­li­ge Bun­des­mi­nis­te­rin der Jus­tiz Sabi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger: „Wir zei­gen mit den Algo.Rules, wie Lösun­gen aus der Gesell­schaft her­aus und damit unab­hän­gig vom poli­ti­schen Gesetz­ge­bungs­pro­zess ent­ste­hen kön­nen.

Wir wol­len Ver­bind­lich­kei­ten schaf­fen und daran arbei­ten, die ent­stan­de­nen Punk­te nun zu imple­men­tie­ren und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Wir zei­gen, wie man gesetz­li­che Rege­lun­gen und nor­ma­ti­ve Werte für algo­rith­mi­sche Sys­te­me nutz­bar machen kann. Denn weder Poli­tik noch Wirt­schaft oder Gesell­schaft kön­nen allei­ne dafür sor­gen, dass ethi­sche und recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den, son­dern es kommt auf das Zusam­men­spiel aller Akteur*innen an. Die Algo.Rules sind ein ganz kon­kre­tes Ergeb­nis die­ser Erkennt­nis. Das gab es so bis­her noch nicht.“

Die Algo.Rules sind ein ers­ter wich­ti­ger und neu­ar­ti­ger Ver­such, algo­rith­mi­sche Sys­te­me gemein­wohl­ori­en­tiert zu gestal­ten. In der nächs­ten Pro­jekt­pha­se wer­den Ber­tels­mann Stif­tung und iRights.Lab die Regeln für unter­schied­li­che Ziel­grup­pen – Programmier*innen sowie Füh­rungs­kräf­te in Unter­neh­men – spe­zi­fi­zie­ren und Imple­men­tie­rungs­stra­te­gi­en erar­bei­ten. Auch hier gilt laut Drä­ger: „Die Detail­lie­rung der Algo.Rules kön­nen wir nicht allei­ne ange­hen. Wir rufen daher Orga­ni­sa­tio­nen und Indi­vi­du­en, die algo­rith­mi­sche Sys­te­me ent­wi­ckeln und ein­set­zen, zur Betei­li­gung auf!“

Die Algo.Rules fin­den Sie auf der Web­site www.algorules.org oder hier (als PDF).

Die Algo.Rules auf Eng­lisch fin­den Sie hier.

Die Pres­se­mit­tei­lung mit allen Ansprechpartner*innen fin­den Sie hier als PDF.

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