Veranstaltungen

30.09.15 – 30.09.15

Treuer Assistent oder Trojaner am Körper: Wie Gesundheitstracking unseren Alltag verändert – Diskussionsveranstaltung in Berlin

Big Data ist inzwischen in fast jeden Lebensbereich vorgedrungen. So steht auch der Gesundheitsbereich vor einem radikalen Umbruch. Denn immer mehr Menschen tragen Wearables am Körper – und lassen so eine Datensammlung sehr persönlicher Natur zu. Ob Schrittzahl, Herzschlag oder Geschwindigkeit – eine Datensammlung, die immense Vorteile bringen kann, aber auch wichtige Fragen zum Umgang mit diesen Daten und den daraus gewonnenen Erkenntnissen aufbringt.

25.06.15 – 25.06.15

Vernetzte Mobilität: Erweiterung der persönlichen Autonomie oder Eingrenzung der Privatsphäre? – Diskussionsveranstaltung in Stuttgart

Das Sammeln und Auswerten möglichst großer Datenmengen etabliert sich in immer mehr Lebensbereichen, der Begriff „Big Data“ ist in aller Munde. Während Skeptiker das Ende der Privatsphäre vorhersehen, eröffnet Big Data aber auch viele bislang ungeahnte Möglichkeiten, die Lebenssituation jedes Einzelnen zu verbessern.

26.03.15 – 26.03.15

„Vergiss es, Du wirst mich nie wieder los – Sollte das Internet vergessen?“ | Diskussionsveranstaltung zum „Recht auf Vergessenwerden“ in Berlin

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zum sogenannten „Recht auf Vergessenwerden“ verpflichtet Suchmaschinenbetreiber seit Mai 2014 dazu, unter bestimmten Bedingungen Links zu personenbezogenen Daten aus der Suchergebnisliste zu löschen. Eine Entscheidung, die heftig diskutiert wird und deren Folgen für die Informations- und Meinungsfreiheit im Internet bisher kaum abzusehen sind.

21.05.14

Zwischen internationalen Konventionen, gesellschaftlichen Vereinbarungen und Selbstregulierung: Wie entstehen Regeln im Netz?

„Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ Mit dieser Frage befasst sich das gleichnamige Projekt seit Mitte des vergangenen Jahres. Initiiert wurde es vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), das den Think Tank iRights.Lab mit der Durchführung beauftragte.

14.05.14 – 14.05.14

Diskussionsveranstaltung: Digitaler Straßenkampf oder Selbstverpflichtung – Wie entstehen Regeln im Netz?

Stehen Unternehmen in der Verantwortung für Datenschutz und angemessenes wirtschaftliches Handeln? Muss die Politik aktiv werden, um ein Gleichgewicht zu finden zwischen Bürgerrechten und Privatsphäre auf der einen und Sicherheitsanforderungen und Geschäftsmodellen auf der anderen Seite? Oder braucht es bürgerschaftliche Initiativen und Massenproteste, einen „digitalen Straßenkampf“, um den Nutzern eine Stimme zu geben?

Diese und weitere Fragen diskutieren Expertinnen und Experten am Mittwoch, 14. Mai 2014 in der Berliner Kalkscheune anlässlich der dritten öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“

03.04.14 – 03.04.14

Groundbreaking Journalism - At the Intersection of Man and Machine (Konferenz)

Der Science-Fiction-Autor William Gibson hat es auf den Punkt gebracht: "Die Zukunft ist bereits da, sie ist nur nicht gleichmäßig verteilt." Dieses berühmt gewordene Bonmot ist die Leitlinie der Konferenz "Groundbreaking Journalism - At the Intersection of Man and Machine", die das iRights.Lab zusammen mit dem Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation am 3. April in Berlin veranstaltet.

25.11.13

Rückblick auf die öffentliche Diskussionsveranstaltung „Facebook, WhatsApp, Google+: Wer macht die Regeln?“

Wer bestimmt die Regeln in sozialen Netzwerken? Diesen und vielen anderen Fragen stellten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbraucherschutz, Presse und Wirtschaft am 7. November 2013 in der Hamburger Bucerius Law School. Nach einem erfolgreichen Auftakt in München im Juli dieses Jahres war es die zweite öffentliche Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Projekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“.

07.11.13

Facebook, WhatsApp, Google+: Wer macht die Regeln?

Ist das Internet tatsächlich oder nur scheinbar ein öffentlicher Raum? Sind es die Betreiber der großen Internet-Plattformen, die darüber bestimmen, was wir im Netz dürfen und was nicht? Wer macht die Regeln in der digitalen Welt? Um diese und ähnliche Fragen geht es in der Diskussionveranstaltung am 7. November in der Hamburger Bucerius Law School.

12.08.13

Rückblick auf die öffentlichen Diskussionsveranstaltung „Jeder macht im Netz, was er will – Verantwortung in der digitalen Welt“

Am 4. Juli 2013 fand im Münchener Oberangertheater die erste öffentliche Veranstaltung des Projekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ statt. Im Rahmen von zwei Keynotes und einer Podiumsdiskussion näherten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verbraucherschutz sowie der Presse der Frage, ob Deutschland einen digitalen Kodex braucht. Ein besonderer Schwer­punkt der Diskussion lag dabei auf der Verantwortung in der digitalen Welt und der Zuweisung von Verantwortlichkeiten im Netz.

05.12.12

Zeitungskrise und investigative Blogs - Der Wandel von Journalismus im digitalen Zeitalter (Forum)

Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe Open-Up! Politisch kommunizieren zwischen Talkshow, Tweet und Theater mit iRights.lab-Partner Matthias Spielkamp

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30.09.15 – 30.09.15

Treuer Assistent oder Trojaner am Körper: Wie Gesundheitstracking unseren Alltag verändert – Diskussionsveranstaltung in Berlin

Big Data ist inzwischen in fast jeden Lebensbereich vorgedrungen. So steht auch der Gesundheitsbereich vor einem radikalen Umbruch. Denn immer mehr Menschen tragen Wearables am Körper – und lassen so eine Datensammlung sehr persönlicher Natur zu. Ob Schrittzahl, Herzschlag oder Geschwindigkeit – eine Datensammlung, die immense Vorteile bringen kann, aber auch wichtige Fragen zum Umgang mit diesen Daten und den daraus gewonnenen Erkenntnissen aufbringt.

Die Ära der Selbstoptimierung des Menschen hat längst begonnen. Aber welche Daten werden überhaupt gesammelt? Wer hat Zugriff auf diese Informationen? Welchen individuellen oder gesellschaftlichen Nutzen gibt es? Und besteht hier ein Regulierungsbedarf?

Wir laden Sie dazu ein, sich am Mittwoch, dem 30. September 2015, im Berliner Meistersaal (Köthener Straße 38, 10963 Berlin) in diese hochaktuelle Debatte einzubringen und freuen uns auf Ihre Beteiligung an der Diskussionsveranstaltung.

Programm

17:00 – Einlass und Fingerfood

17:30 – Begrüßung
Philipp Otto, Projektleiter „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“, Gründer iRights.Lab

17:35 – Begrüßung und Einführung
Matthias Kammer, Direktor, Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet

17:40 – Grußwort
Oliver Schenk, Abteilungsleiter G "Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik, Telematik", Bundesministerium für Gesundheit

17:50 – Keynote: Big Data in der medizinischen Praxis – Die Zukunft hat bereits begonnen
Dr. Franz Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein und Vorsitzender des Ausschusses „Telematik“ der Bundesärztekammer

18:10 – Keynote: Tracking und Wearables – Die (all)täglichen Datensammler
Stephan Noller, Gründer und Geschäftsführer der ubirch GmbH

18:30 – Podiumsdiskussion: Gläserner Patient oder Revolution in der Gesundheitsvorsorge?

  • Dr. Franz Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein und Vorsitzender des Ausschusses „Telematik“ der Bundesärztekammer
  • Prof. Dr. Dagmar Borchers, Professorin für Angewandte Philosophie an der Universität Bremen
  • Kai Burmeister, Teamleiter Versorgung-Verträge AOK Nordost
  • Burkhard Dümler, Director Development Digital Sports adidas group
  • Peter Schaar, Vorstand der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID)

19:35 – Fazit
Matthias Kammer

19:45 – Get together mit Abendbuffet

Durch die Veranstaltung führen:
Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin Initiative D21 e.V. (Moderation Podiumsdiskussion) und Matthias Kammer (Gesamtmoderation).

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl empfehlen wir eine zeitnahe Anmeldung.

DIVSI hat den Think Tank iRights.Lab mit der Durchführung des Projekts beauftragt. Bei Fragen hilft Ihnen gern Julia Schrader unter Tel. 030 / 8937 0103 oder per E-Mail an DigitalerKodex@iRights-Lab.de weiter.

Weitere Informationen zum Projekt: www.divsi.de/projekte/digitaler-kodex

Informationen zum Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI): www.divsi.de/ueber-uns

25.06.15 – 25.06.15

Vernetzte Mobilität: Erweiterung der persönlichen Autonomie oder Eingrenzung der Privatsphäre? – Diskussionsveranstaltung in Stuttgart

Das Sammeln und Auswerten möglichst großer Datenmengen etabliert sich in immer mehr Lebensbereichen, der Begriff „Big Data“ ist in aller Munde. Während Skeptiker das Ende der Privatsphäre vorhersehen, eröffnet Big Data aber auch viele bislang ungeahnte Möglichkeiten, die Lebenssituation jedes Einzelnen zu verbessern.

Wissenschaftler, Staaten und Unternehmen arbeiten an neuen Mobilitätskonzepten und ‑technologien: Das selbstfahrenden Auto ist keine Zukunftsmusik mehr, ebenso wenig wie intelligente Verkehrssteuerung in Echtzeit. Am Beispiel von Smart Mobility möchten wir die Chancen und Risiken von Big Data begreifbar machen:

  • Welche Daten sammeln die vielen Sensoren, die eine vernetzte Mobilität ermöglichen?
  • Wer verwendet diese Daten und welche Rückschlüsse werden daraus gezogen?
  • Welche gesellschaftlichen Regeln sind im Umgang mit Mobilitätsdaten notwendig?

Im Rahmen des Projekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“haben Sie am Donnerstag, dem 25. Juni 2015,in der Stuttgarter Phoenixhalle im Römerkastell die Gelegenheit, diese und weitere Fragen mit hochrangigen Expertinnen und Experten zu diskutieren.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl empfehlen wir eine zeitnahe Anmeldung.
Sollten Sie Fragen haben, hilft Ihnen Julia Schrader gern weiter unter Tel. 030 / 8937 0103 oder per E-Mail an DigitalerKodex@iRights-Lab.de.

Programm

17:00 – Einlass und Fingerfood

17:30 – Begrüßung
Philipp Otto, Projektleiter „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“, Partner iRights.Lab

17:35 – Begrüßung und Einführung
Matthias Kammer, Direktor, Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet

17:40 – Grußwort
Minister für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, Winfried Hermann

17:50 – Keynote: Wie sieht die Zukunft der Mobilität aus?
Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Norbert Barthle, MdB

18:10 – Keynote: Maschinelle Intelligenz und der mobile Mensch – was ist zu tun?
Alexander Mankowsky, Zukunftsforscher Daimler AG

18:30 – Keynote: Was bedeutet die digitale Revolution für den Individualverkehr der Zukunft?
Prof. Dr. Nikolaus Forgó, Institut für Rechtsinformatik, Leibniz Universität Hannover

18:50 – Podiumsdiskussion: Mobile Welt – Wem nützt Big Data?
- Ulrich Chiellino, Leiter Interessenvertretung Verkehr ADAC e.V.
- Jörg Klingbeil, Landesbeauftragter für den Datenschutz Baden-Württemberg
- Ivo Körner, Geschäftsführer Vertrieb Branchenkunden IBM Deutschland GmbH
- Alexander Mankowsky, Zukunftsforscher Daimler AG

19:30 – Publikumsfragen

19:50 – Fazit
Matthias Kammer

20:00 – Get together mit Abendbuffet

Durch die Veranstaltung führen:
Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin Initiative D21 e.V. (Moderation Podiumsdiskussion) und Matthias Kammer (Gesamtmoderation).

Das iRights.Lab realisiert dieses Projekt im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). Nachdem im ersten Projektteil die grundsätzliche Frage erörtert wurde, ob ein Digitaler Kodex fehlende soziale Normen im Internet etablieren kann, steht nun eine Konkretisierung anhand des Themenbereichs „Big Data“ im Mittelpunkt.

Weitere Informationen zum Projekt: www.divsi.de/projekte/digitaler-kodex

Informationen zum Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI): www.divsi.de/ueber-uns

 

26.03.15 – 26.03.15

„Vergiss es, Du wirst mich nie wieder los – Sollte das Internet vergessen?“ | Diskussionsveranstaltung zum „Recht auf Vergessenwerden“ in Berlin

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zum sogenannten „Recht auf Vergessenwerden“ verpflichtet Suchmaschinenbetreiber seit Mai 2014 dazu, unter bestimmten Bedingungen Links zu personenbezogenen Daten aus der Suchergebnisliste zu löschen. Eine Entscheidung, die heftig diskutiert wird und deren Folgen für die Informations- und Meinungsfreiheit im Internet bisher kaum abzusehen sind.

  • Entscheiden Suchmaschinenbetreiber darüber, welche Inhalte im Netz noch auffindbar sind und welche nicht?
  • Ist das EuGH-Urteil zum “Recht auf Vergessenwerden“ ein Angriff auf die Informationsfreiheit und welche Herausforderungen birgt die Umsetzung des Urteils in der Praxis?
  • Wie kann ein gesellschaftlich umfassend akzeptierter Umgang mit diesem Thema aussehen?

Diese und weitere Fragen diskutieren hochrangige Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Medien am Donnerstag, dem 26. März 2015, im Berliner Meistersaal im Rahmen des Projekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird eine zeitnahe Anmeldung empfohlen. Bei Fragen hilft Ihnen Julia Schrader gern weiter unter Tel. 030 / 8937 0103 oder per E-Mail an DigitalerKodex@iRights-Lab.de.

 Programm

17.00 Uhr – Einlass

17.30 Uhr – Begrüßung

Philipp Otto, Projektleiter „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“, Partner iRights.Lab

17.35 Uhr – Begrüßung und Einführung

Matthias Kammer, Direktor, Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet

17.45 Uhr – Keynote „Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Erinnerung?“

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesministerin der Justiz, Mitglied des Google-Löschbeirats

18.00 Uhr – „Das EuGH-Urteil in an Nutshell“

Dr. Till Kreutzer, Partner iRights.Lab

18.10 Uhr – Streitgespräch I: „Angriff auf die Informationsfreiheit? – Was tun?“

Katharina Borchert, Geschäftsführerin Spiegel Online

Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Dr. Ole Schröder, MdB

18.30 Uhr – Streitgespräch II: „Unternehmen als Richter – ein Modell mit Zukunft?“

Dr. Eva Flecken, Leiterin Hauptstadtbüro Sky Deutschland

Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, Ulrich Kelber, MdB

18.50 Uhr – Podiumsdiskussion „Das EuGH-Urteil im Praxistest“

Jan Philipp Albrecht, MdEP, stellvertretender Vorsitzender des Innen- & Justizausschusses

Konstantin Klein, Redaktionsleiter Deutsche Welle

Jan Kottmann, Leiter Medienpolitik/Senior Policy Counsel DACH Google Deutschland

Michaela Schröder, Datenschutzexpertin Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

19.20 Uhr – Publikumsfragen

19.40 Uhr – Fazit

Matthias Kammer

19.45 Uhr – Get together

 Durch die Veranstaltung führen:

Prof. Dr. Frank Überall, Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln/Berlin, freier Journalist
(Moderation Streitgespräche und Podiumsdiskussion)

Matthias Kammer
(Gesamtmoderation)

Das iRights.Lab führt dieses Projekt im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) durch. Nachdem im ersten Projektteil die grundsätzliche Frage erörtert wurde, ob ein Digitaler Kodex fehlende soziale Normen im Internet etablieren kann, steht nun eine Konkretisierung anhand des Themas „Recht auf Vergessenwerden“ im Mittelpunkt.

Weitere Informationen zum Projekt: www.divsi.de/projekte/digitaler-kodex

Informationen zum Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI): www.divsi.de/ueber-uns

 

21.05.14

Zwischen internationalen Konventionen, gesellschaftlichen Vereinbarungen und Selbstregulierung: Wie entstehen Regeln im Netz?

„Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ Mit dieser Frage befasst sich das gleichnamige Projekt seit Mitte des vergangenen Jahres. Initiiert wurde es vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), das den Think Tank iRights.Lab mit der Durchführung beauftragte.

Eine Expertengruppe hat sich im Laufe des Projekts in mehreren internen Workshops dieser übergeordneten Frage angenähert. Öffentliche Veranstaltungen waren jedoch ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Projektstruktur, um die gewonnenen Erkenntnisse in den gesellschaftlichen Diskurs zu überführen und mit aktuellen Themen zu verknüpfen. Ausgangspunkt der nunmehr dritten öffentlichen Veranstaltung war die Überlegung, auf welchem Weg ein Digitaler Kodex – so er denn implementiert würde – das derzeit wahrgenommene Ungleichgewicht zwischen Unternehmen, Staat und Nutzern ausgleichen könnte. Soll die Politik regelnd eingreifen? Müssen sich Unternehmen einer Selbstregulierung unterwerfen? Oder ist es an der Zeit, dass Bürger ihre Rechte in Massenprotesten einfordern?

Wie entstehen Regeln im Netz?

Um diesen Fragen nachzugehen, trafen sich rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 14. Mai 2014 in der Berliner Kalkscheune zur Diskussion unter dem Titel „Digitaler Straßenkampf oder Selbstverpflichtung – Wie entstehen Regeln im Netz?“. In seiner Begrüßung verband Matthias Kammer, Direktor des DIVSI, die Überlegung „Wie kommen wir dahin, dass die Normen eines solchen Kodex gesellschaftlich akzeptiert und moralisch befolgt werden?“ mit der Frage nach der Notwendigkeit eines Digitalen Kodex. Die im Rahmen des Projekts angestrebte öffentliche Debatte sei ein erster Schritt auf diesem Weg, so Kammer.

Auch Philipp Otto, Partner beim iRights.Lab und Leiter des Projekts, sieht den Diskurs zu einem Digitalen Kodex als ebenso dringend wie notwendig an: „Wir erleben gerade die maximale Kartografierung unserer digitalen Existenz und die wirft Fragen auf: Muss die Rechtsordnung neu geschaffen werden? Braucht es mehr Selbstverpflichtungen und welche Rolle können diese spielen?“

MG 3

Staatssekretärin Hella Dunger-Löper, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Europabeauftragte und Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement, knüpfte in ihrem Grußwort an diese Überlegungen an. Für sie gehe es nicht nur darum, was global agierende Unternehmen im Netz dürften, sondern auch, was dem Staat erlaubt sein kann und was nicht: „Die NSA-Affäre ist noch lange nicht aufgearbeitet.“ Die Gesellschaft müsse aber darüber nachdenken, vom bisherigen „digitalen Straßenkampf“ weg und auf eine andere Ebene zu kommen. Allerdings seien auch Gesetze nicht immer der einzige und richtige Weg: „Mit Kodizes haben wir ja durchaus sinnvolle Erfahrungen gemacht“, so Dunger-Löper.

Das Internet als internationale Herausforderung

In der einleitenden Keynote lotete Verena Metze-Mangold die Rahmenbedingungen aus, innerhalb derer sich ein Digitaler Kodex ausgestalten ließe. Für die Sozialwissenschaftlerin und Vizepräsidentin der deutschen UNESCO-Kommission sind die Internet-Giganten wie Google oder Facebook die „wahrscheinlich mächtigsten Oligopole, die die Welt jemals gesehen hat“.

Zudem würden sowohl Konzerne als auch Staaten die Daten ihrer Nutzer und Bürger in einem kaum mehr kontrollierbaren Maß speichern und verarbeiten. Beides bedrohe die uns gewährten Menschenrechte. Aus diesem Grund müssten die Staaten sich nun ihrer Aufgabe stellen, kooperativ ein global akzeptierbares Governance-System zu entwickeln. „Dafür brauchen sie gemeinsame Prinzipien, und hierbei muss man sehr genau mit den Begriffen arbeiten“, so Metze-Mangold. Eine gute Ausgangsbasis für die Entwicklung solcher Prinzipien sei ihrer Auffassung nach die UN-Menschenrechtscharta.

Internationale Verträge seien zwar schwierig, doch das Internet nationalstaatlich zu denken, sei ein Fehler, bekräftigte Marina Weisband, Politikerin und ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, in der zweiten Keynote des Abends. Aus ihrer Sicht besäßen im Netz jene die Macht, denen die Infrastrukturen gehören. Und weil das Web mittlerweile als Lebensgrundlage einzustufen sei – „genau wie Wasser: zu wichtig, um es dem freien Markt zu überlassen“ – müssten die Infrastrukturen in die Hände der Nutzer gelegt werden, beispielsweise in Form einer Genossenschaft mit Netzstrukturen und Liquid Democracy. „Erst wenn wir im Besitz der Infrastruktur sind, können wir über Governance nachdenken“, lautete ihre Meinung zu einem Kodex.

Das holländische Wohnzimmer

Für Jan-Hinrik Schmidt, wissenschaftlicher Referent am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, ist das Konzept einer gemeinschaftlichen Verantwortung für das Internet durchaus plausibel, zumal die sozialen Netzwerke von genau dieser Idee der Mitwirkung und Mitgestaltung leben und profitieren. Doch die dominierenden Player, gerade in den sozialen Medien, würden primär die Resultate der Nutzermitwirkung für ihre Geschäftszwecke nutzen – aber ohne dass sie die Nutzer dafür entlohnen.

Daraus folge für ihn ein sogenanntes Partizipationsparadox: Auf der einen Seite locken und binden die Plattformen die Nutzer mit dem Versprechen, dass sie bei der Ausrichtung, Gestaltung oder Moderation der Angebote mitbestimmen dürfen. Auf der anderen Seite steht das flächendeckende „Abernten“ nutzergenerierter Inhalte und die Verwertung verknüpfter Daten und das Ausbeuten unentgeltlich erbrachter Arbeit.

Als Metapher für diese paradoxe Situation nutzte er das „holländische Wohnzimmer“, das traditionell keine Vorhänge hätte und daher von außen einsehbar sei. Dementsprechend sei Facebook quasi der Vermieter digitaler Wohnräume, könne allerdings umfassenden Einfluss auf Wohnungseinrichtung und -gestaltung nehmen, und das unkontrolliert. Natali Helberger vom Amsterdamer Institute for Information Law (IVIR) ergänzte allerdings, dass es in Holland gesellschaftliche Norm sei, nicht in diese „transparenten“ Wohnzimmer hineinzusehen.

MG 4

Soziale Netzwerke sind öffentlicher Raum

Im Anschluss diskutierten die Bereichsleiterin Datenschutz beim Branchenverband BITKOM Susanne Dehmel und der ehemalige Datenschutzbeauftragte des Bundes Peter Schaar von welchen Faktoren ein Kodex für digitale Lebenswelten abhängt. Für Peter Schaar sind soziale Netzwerke, die von Millionen von Menschen genutzt werden, öffentlicher Raum, so dass dort übergeordnete Grundrechtsordnungen gelten müssten und nicht nur das Hausrecht des Betreibers. 

Aus Dehmels Sicht habe sich jedoch die Praxis der Selbstregulierung bewährt, etwa beim Jugendmedienschutz oder beim Geodatenkodex, auf den die Verpixelung von Häusern bei Google Streetview zurückgehe. Deshalb seien zusätzliche Gesetze nicht nötig. Die Selbstregulierung sei nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu gesetzlichen Regelungen zu sehen, so Dehmel.

Dem entgegnete Schaar allerdings, dass dies beim „Kodex für soziale Netzwerke“ überhaupt nicht funktioniert hätte. Zudem sei es angesichts der Marktmacht von Facebook fraglich, wer eigentlich mit wem reden sollte: Am Ende würde dann Facebook-Chef Mark Zuckerberg einen Monolog mit sich selbst führen.

Transparenz und technische Vorgaben

Den Gegenpol zur Selbstregulierung bilden gesetzliche Vorgaben. Ob und wie diese ihre gewünschte Wirkung entfalten können, beleuchtete Till Kreutzer, Anwalt für Medienrecht bei iRights.Law und Partner beim iRights.Lab, am Beispiel des Begriffs „Transparenz“. Diese sei als generelles Rechtsprinzip wichtig und sogar selbstverständlich, jedoch nicht als Regulierungsinstrument geeignet, so Kreutzer.

Er plädierte dafür, dass mehr darauf geachtet werden müsse, dass die technischen Vorgaben Privatsphäre und Transparenz nicht unterlaufen. Seiner Auffassung nach würde die überwiegende Mehrheit der Nutzer von Optionen, die nicht schon voreingestellt sind, keinen Gebrauch machen. Dies hätte sich etwa bei WLAN-Routern für den Heim- und Bürogebrauch gezeigt, wo erst die gesetzlich vorgeschriebene Voreinstellung der Verschlüsselung dazu führte, dass sie auch genutzt werde.

Des weiteren sei Transparenz als Schutzinstrument häufig unwirksam, etwa wenn den Nutzern ohnehin keine Alternativen zur Verfügung stehen. Als Beispiel nannte Kreutzer Filme auf Blu-ray-Discs, die alle kopiergeschützt seien. Transparenz beim Kopierschutz nütze hier nichts. Für ihn tauge Transparenz als Schutzinstrument nur, wenn Nutzer die Wahl hätten, sich für das eine oder das andere System zu entscheiden.

Nutzungsbedingungen – zu lang und zu kompliziert? 

In diesem Spannungsfeld von Selbstregulierung und Gesetzgebung bewegte sich auch die Diskussion über die Nutzungsbedingungen von Internet-Plattformen und sozialen Netzwerken. Diese sollten kurz und verständlich sein, so die Rechtswissenschaftlerin Natali Helberger: „Es kann nicht sein, dass wir alle ausgebildete Juristen sein müssen, um die Terms of Use zu verstehen.“ Der Gesetzgeber stehle sich aus seiner Verantwortung, wenn er hier nicht strengere Auflagen erteile.

Ralf Bremer, Communications and Public Affairs Senior Manager bei Google Deutschland, meinte darauf, dass Google sich seiner Verantwortung als großer Anbieter durchaus bewusst sei und sich dieser stelle. So hätte das Unternehmen vor zwei Jahren – auf Drängen von Nutzern und Datenschützern – die Nutzungsbedingungen seiner über siebzig Dienste zu einer einzigen vereint und radikal verkürzt. Darüberhe hinaus verwies er auf den seit 2010 jährlich veröffentlichten Transparenzbericht sowie die Bemühungen von Google, sich gegen Zugriffe von NSA und Staat zu verwehren, beziehungsweise wo dies nicht möglich sei, diese transparent zu machen.

Auf Basis der kontroversen Diskussionen resümierte DIVSI-Direktor Matthias Kammer abschließend, der Abend habe gezeigt, dass es viel Klärungs- und Handlungsbedarf gebe. Er sähe damit den Grundgedanken des Projekts bestätigt: „Um die Diskussion hierzulande in Gang zu bringen, fragten wir, ob Deutschland einen Digitalen Kodex braucht. Ich denke: ja!“

Text: Henry Steinhau
Fotos: David Jacob

 

Ansprechpartner: Philipp Otto via otto@irights-lab.de

Informationen zum Projekt: www.divsi.de/projekte/digitaler-kodex/ueber-das-projekt/

Informationen zum Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI): www.divsi.de/ueber-uns/

 

Dr. Till Kreutzer im Interview mit medienpolitik.net: "Das Netz lässt sich mit herkömmlichen Mitteln schwer regulieren"

Veranstaltungbericht auf dem Blog der Humboldt Law Clinic Internetrecht: "Digitaler Straßenkampf oder Selbstverpflichtung im Netz – Wie entstehen Regeln im Netz?"

14.05.14 – 14.05.14

Diskussionsveranstaltung: Digitaler Straßenkampf oder Selbstverpflichtung – Wie entstehen Regeln im Netz?

Stehen Unternehmen in der Verantwortung für Datenschutz und angemessenes wirtschaftliches Handeln? Muss die Politik aktiv werden, um ein Gleichgewicht zu finden zwischen Bürgerrechten und Privatsphäre auf der einen und Sicherheitsanforderungen und Geschäftsmodellen auf der anderen Seite? Oder braucht es bürgerschaftliche Initiativen und Massenproteste, einen „digitalen Straßenkampf“, um den Nutzern eine Stimme zu geben?

Diese und weitere Fragen diskutieren Expertinnen und Experten am Mittwoch, 14. Mai 2014 in der Berliner Kalkscheune anlässlich der dritten öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“

Das iRights.Lab führt dieses Projekt im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) durch. Es soll ausloten, ob ein Digitaler Kodex die Lücke zwischen den etablierten Regeln der analogen Welt und den noch unklaren Verantwortlichkeiten im Internet schließen kann. Das Projekt setzt sich insbesondere mit der Rolle von Plattformen auseinander, die den digitalen gesellschaftlichen Aktionsradius entscheidend mitbestimmen.

Informationen zum Programm finden Sie hier. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird eine zeitnahe Anmeldung empfohlen.

Bei Fragen steht Ihnen Julia Schrader unter j.schrader@irights-lab.de gern zur Verfügung. Hier finden Sie weitere Informationen zu Veranstaltung und Projekt.

Das Projekt wird geleitet von Philipp Otto, Partner des iRights.Lab.

Programm

17.30 Uhr – Einlass

18.00 Uhr – Begrüßung durch Matthias Kammer, Direktor, Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet und Philipp Otto, Projektleiter „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“, Partner iRights.Lab

18.10 Uhr –  Grußwort von Staatssekretärin Hella Dunger-Löper, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund, Europabeauftragte und Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement

18.20 Uhr – Keynote „Internationaler Blick: Wie entstehen Regeln im Netz?“ von Dr. Verena Metze-Mangold, Sozialwissenschaftlerin und Vizepräsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission

18.40 Uhr – Keynote „Wer hat eigentlich die Macht im Netz, wer sollte sie haben?“ von Marina Weisband, Politikerin und ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei

 Teil I: „Facebook vs. Verfassung? – Selbstbestimmung und öffentlicher Raum“

19.00 Uhr – Impulsvortrag
Dr. Jan-Hinrik Schmidt, Wissenschaftlicher Referent, Hans-Bredow-Institut für  Medienforschung

19.15 Uhr – Streitgespräch
Susanne Dehmel, Bereichsleiterin Datenschutz, BITKOM e.V. und
Peter Schaar, Vorstand der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID)

19.30 Uhr – Fragerunde Publikum

19.45 Uhr – „Digitales – analog vorgetragen“ Salome Kammer (Gesang) und Peter Ludwig (Piano)

Teil II: „Wundermittel Transparenz“

20.00 Uhr – Impulsvortrag
Dr. Till Kreutzer, Partner iRights.Lab

20.15 Uhr – Streitgespräch
Prof. Natali Helberger, Institute for Information Law (IVIR), Amsterdam und
Dr. Ralf Bremer, Communications and Public Affairs Senior Manager, Google Deutschland

20.30 Uhr – Fragerunde Publikum

20.45 Uhr – Musikalischer Ausklang mit Salome Kammer (Gesang) und Peter Ludwig (Piano)

21.00 Uhr – Get together mit Buffet und Getränken

Moderation: Matthias Spielkamp, Partner iRights.Lab

 

03.04.14 – 03.04.14

Groundbreaking Journalism - At the Intersection of Man and Machine (Konferenz)

Der Science-Fiction-Autor William Gibson hat es auf den Punkt gebracht: "Die Zukunft ist bereits da, sie ist nur nicht gleichmäßig verteilt." Dieses berühmt gewordene Bonmot ist die Leitlinie der Konferenz "Groundbreaking Journalism - At the Intersection of Man and Machine", die das iRights.Lab zusammen mit dem Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation am 3. April in Berlin veranstaltet.

Wie beeinflussen Algorithmen unsere Aufmerksamkeit? Welche Software braucht der Journalismus? Und sind Drohnen das Aufnahmegerät der Zukunft? Diese und andere Fragen werden wir mit deutschen und internationalen Journalisten, Entwicklern und Medienmanagern diskutieren. Die Veranstaltung findet in Englischer Sprache statt; Anmeldungen sind über die Website möglich, auf der auch ein stetig aktualisiertes Programm zu finden ist: Groundbreaking Journalism

Morning Sessions

When worlds collide: Innovation and Journalism

  • Keynote: Ludovic Blecher, Directeur Général, The Digital Innovation Press Fund, Paris
  • One-on-one with Ludovic Blecher
  • host: Matthias Spielkamp, partner, iRights.Lab (@spielkamp)
  • Q&A

What kind of software does journalism need?

Lightning Talk: Jonathan Stray, AP/Knight Overview Project (@jonathanstray)

Panel discussion with

  • Jonathan Stray
  • Annette Leßmöllmann, Professor for Science Communication, Karlsruhe Institute of Technology (@annetteless)
  • Dirk von Gehlen, head of Social Media and Innovation, Süddeutsche Zeitung (@dvg)
  • host: Geraldine de Bastion, newthinking.org (@geralbine)

New Ideas for a Changing Media World

Presentations (t.b.a.)

Breakout Lunch Sessions

New Ideas for a Changing Media World

Conversations with presenters

Exposing the invisible

Film Screening

Afternoon Sessions

A Crystal Ball – Predictive Analytics and Reporting

  • Lightning Talk: Jonathan Gosier, Founder, D8A Group and Abayima (@jongos)

Panel discussion with

  • Jonathan Gosier
  • Domenika Ahlrichs, deputy managing editor, ZEIT Online (@dahlrichs)
  • Lorenz Matzat, founder, Lokaler (@datenjournalist)
  • host: Solana Larsen, managing editor, Global Voices (@solanasaurus)

Are drones a journalist’s best friend?

Panel discussion with

  • Ben Kreimer, Drone Journalism Lab, University of Nebraska (@benkreimer)
  • Marek Tuszyinski, co-founder, Tactical Technology Collective (@Info_Activism)
  • t.b.a.
  • host: Matthias Spielkamp, partner, iRights.Lab

With an intervention by the Tactical Technology Collective and visual recording by Julian Kücklich (@playability).

 

25.11.13

Rückblick auf die öffentliche Diskussionsveranstaltung „Facebook, WhatsApp, Google+: Wer macht die Regeln?“

Wer bestimmt die Regeln in sozialen Netzwerken? Diesen und vielen anderen Fragen stellten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbraucherschutz, Presse und Wirtschaft am 7. November 2013 in der Hamburger Bucerius Law School. Nach einem erfolgreichen Auftakt in München im Juli dieses Jahres war es die zweite öffentliche Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Projekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“.

Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung, erläuterte in seiner Keynote die Struktur von Plattformen. Wie Nutzer Social Networks wie Facebook, WhatsApp und Google+ verwenden, wird zum einen durch das Gesetz und informelle soziale Normen bestimmt. Darüber hinaus spielten aber auch Softwarearchitektur und Vertragsgestaltung eine zentrale Rolle, so Schulz. Heißt: über bestimmte Formulierungen in den Nutzungsbedingungen, die die Nutzer anerkennen müssen, und technische Vorkehrungen bestimmen die privaten Betreiber, was Nutzer machen können und dürfen. Daraus folge, dass die Spielregeln auf Plattformen vornehmlich vom Anbieter dominiert würden. Um diese Probleme zu lösen, betonte Schulz, müssten alle vier Dimensionen der Netzstruktur in den Blick genommen werden. Eine Diskussion um einen Digitalen Kodex setze demnach ein Verständnis von Code, Technik, sozialen Normen und staatlichen Regeln voraus.

In der zweiten Keynote berichtete Moritz Nickel, Student an der Bucerius Law School, aus seinem digitalen Leben und diskutierte die Vor- und Nachteile sozialer Netzwerke. Besonders die Kommunikations-, Organisations-, und Informationsfunktion von Plattformen hätten einen großen Nutzen, so der Student. Demgegenüber stünden Belanglosigkeit und Redundanz von Informationen, die in Social Networks entstehen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion vertrat Jutta Croll, Geschäftsführendes Mitglied des Vorstands der Stiftung Digitale Chancen, die Ansicht, dass die Nutzer durchaus in der Lage seien, die Regeln in sozialen Netzwerken mitzugestalten – etwa indem sie sich bestimmten Funktionen entzögen oder beispielsweise Profile deaktivierten. Dies könne durch die Förderung der Medienkompetenz verstärkt werden. In diesem Punkt stimmte ihr Sabine Frank zu, Leiterin Jugendschutz und Medienkompetenz bei Google, und verwies darauf, dass Nutzer nicht nur verschiedene Möglichkeiten haben, Plattformen zu nutzen, sondern auch frei seien zu entscheiden, was sie überhaupt nutzen. Auch Nickel schloss sich dieser Meinung an und hob die Eigenverantwortung der Nutzer hervor: „Jeder Nutzer muss aufpassen, wie er sich im Netz verhält“. Deutlich kritischer stufte Ole Reißmann, Redakteur Netzwelt bei Spiegel Online, die Nutzung von Plattformen ein und konstatierte: „Der Nutzer ist absolut ausgeliefert“, Plattformen hätten zunehmend leichten Zugriff auf die Daten der Nutzer. Durch die monopolistische Position von Anbietern wie Facebook seien die Austrittshürden enorm hoch, was ihre Macht verstärke. Während Reißmann den Zugriff auf die Daten als Problem sieht, betonte Frank, dass dadurch nützliche Funktionen entstehen. Auch Nickel hob hervor, dass ihm persönliche Datensicherheit weniger wichtig sei als die Kommunikations- und Organisationsfunktionen von Plattformen.

In der Debatte zur Rolle des Staates in diesem Prozess kristallisierten sich ebenfalls divergierende Meinungen heraus. Reißmann sprach sich ganz klar für eine Regulierung durch den Staat aus, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Zuständigkeiten bei den nationalen, aber auch internationalen Behörden nicht geklärt seien. Nickel hingegen plädierte für eine „sanfte Hand“ des Staates. Staatsrat Dr. Ralf Kleindiek von der Behörde für Justiz und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg, wies in diesem Zusammenhang auf fehlende Expertise hin: „Dem Staat fehlt die Power, das zu regeln. Wir haben keine technologische Souveränität in Bezug auf die digitalen Infrastrukturen.“ Die Vertreterin der Anbieter, Sabine Frank, sprach sich für das Modell der regulierten Selbstregulierung aus – jedoch fehle es an gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Selbstregulierung.

Wer die Regeln in sozialen Netzwerken bestimmt, ist sehr komplex – das hat die Podiumsdiskussion mehr als deutlich gemacht. Ein Kodex, so Staatsrat Kleindiek, der durch einen Aushandlungsprozess entsteht, an dem viele Betroffene beteiligt sind, könnte den Herausforderungen effektiver begegnen als das zusammenhangslose Handeln einzelner Akteure.

07.11.13

Facebook, WhatsApp, Google+: Wer macht die Regeln?

Ist das Internet tatsächlich oder nur scheinbar ein öffentlicher Raum? Sind es die Betreiber der großen Internet-Plattformen, die darüber bestimmen, was wir im Netz dürfen und was nicht? Wer macht die Regeln in der digitalen Welt? Um diese und ähnliche Fragen geht es in der Diskussionveranstaltung am 7. November in der Hamburger Bucerius Law School.

Die Veranstaltung konzentriert sich auf die Rolle von Plattformen. Ohne sie ist das Bewegen im digitalen Raum praktisch unmöglich geworden, und sie bestimmen immer stärker den digitalen gesellschaftlichen Aktionsradius.

Neben Matthias Kammer, Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), Dr. Ralf Kleindiek, Staatsrat der Hamburger Behörde für Justiz und Gleichstellung sowie Philipp Otto, Partner bei iRights.Lab, sprechen Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg und Moritz Nickel, Student der Bucerius Law School, in Ihren Keynotes über Regeln in sozialen Netzwerken. Die anschließende Podiumsdiskussion bestreiten:

  • Jutta Croll, Geschäftsführendes Mitglied des Vorstands, Stiftung Digitale Chancen
  • Sabine Frank, Leiterin Jugendschutz und Medienkompetenz, Google
  • Dr. Ralf Kleindiek, Staatsrat, Behörde für Justiz und Gleichstellung, Freie und Hansestadt Hamburg
  • Moritz Nickel, Student an der Bucerius Law School
  • Ole Reißmann, Redakteur Netzwelt, SPIEGEL ONLINE.

Moderiert wird die Veranstaltung von Matthias Spielkamp, Partner bei iRights.Lab.

Weitere Informationen zu Veranstaltung und Projekt unter www.divsi.de/projekte/digitaler-kodex.

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Eine zeitnahe Anmeldung wird empfohlen.
Verbindliche Anmeldung unter https://www.divsi.de/hamburg.

12.08.13

Rückblick auf die öffentlichen Diskussionsveranstaltung „Jeder macht im Netz, was er will – Verantwortung in der digitalen Welt“

Am 4. Juli 2013 fand im Münchener Oberangertheater die erste öffentliche Veranstaltung des Projekts „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ statt. Im Rahmen von zwei Keynotes und einer Podiumsdiskussion näherten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verbraucherschutz sowie der Presse der Frage, ob Deutschland einen digitalen Kodex braucht. Ein besonderer Schwer­punkt der Diskussion lag dabei auf der Verantwortung in der digitalen Welt und der Zuweisung von Verantwortlichkeiten im Netz.

Jeanette Hofmann (Gründungsdirektorin am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft) erläuterte in der ersten Keynote den Verantwortungsbegriff aus sozialwissenschaftlicher Perspektive. Dabei hob sie besonders hervor, dass das Konzept der Verantwortung vor allem durch Veränderung geprägt sei: „Verantwortung ist als solche ständig in Bewegung: Wir weisen sie zu, wir teilen sie, wir weisen sie von uns, wir reißen sie an uns.“ Durch diese Dynamik und damit verbundene Verlagerungsprozesse von Verantwortung würden intendierte und nicht intendierte Policy-Effekte ausgelöst. Beispielhaft nannte Hofmann die Haftungsregeln von Plattformanbietern, die mit Grundrechten wie der Meinungsfreiheit im Konflikt stehen können. Unter den verschiedenen Typen von Verantwortung sei besonders das ethische Handeln für einen digitalen Kodex relevant.

In der zweiten Keynote berichtete Michael Siemens (Landesschülerrat Bayern) aus seinem digitalen Leben. Anschaulich erläuterte Siemens, welch hohen Stellenwert das Internet im Alltag von jungen Erwachsenen einnimmt: „Früher hat man gesagt, der erste Eindruck zählt. Heute ist es so, dass man den ersten Eindruck braucht, um herauszufinden, wie der andere bei Facebook heißt, um sich mit ihm oder ihr zu vernetzen. Und dann zählt wiederum der Eindruck, den Facebook hinterlässt.“ Siemens betonte die Notwendigkeit eines digitalen Kodex und bezog sich dabei vor allem auf die Veröffentlichung von sensiblen Daten auf Plattformen, die er als äußerst leichtsinnig und gefährlich einstufte.

In der Podiumsdiskussion, die auf die Keynotes folgte, zeigten sich die Positionen der einzelnen Teilnehmer zur digitalen Welt und zu einem möglichen digitalen Kodex. Tatjana Halm (Referatsleiterin Markt und Recht bei der Verbraucherzentrale Bayern) wies darauf hin, dass ein Großteil der Verbraucher die Gefahren bestimmter Handlungen im Internet nicht kenne. Sie forderte deshalb einen besseren Informationsfluss durch die Anbieter und die Förderung der Medienkompetenz im Allgemeinen. Prof. Johannes Buchmann (Direktor des Center for Advanced Security Research Darmstadt und Inhaber des Lehrstuhls für Kryptographie an der Technischen Universität Darmstadt) stimmte dem zu, indem er den digitalen Kodex als ein „Bildungsthema“ titulierte. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, die Chancen und Vorteile des Internets anzuerkennen und warnte vor wenig definierten Befürchtungen vor dem Internet. Allerdings sei eine Reaktion darauf notwendig, dass Informationen im Netz persistent seien und zudem in anderen, vom Nutzer nicht erwarteten, Kontexten auftreten, so Prof. Buchmann. Stefan Plöchinger (Chefredakteur der Online-Redaktion der Süddeutschen Zeitung) kritisierte vor allem die Anonymität im Internet: „Verantwortung wird erst wahrgenommen, wenn man nicht das Gefühl hat, in einem irgendwie gearteten Raum zu sein, sondern Menschen sich gegenüber stehen.“ Es fehle an Transparenz und Informationen, die Vertrauen und Verantwortung schaffen könnten. Für einen digitalen Kodex sei die Definition der wichtigsten Themen nötig, über die dann eine offen geführte Debatte stattfinden müsste, so der Journalist. Auch Dr. Christoph Habammer (Leiter der Stabsstelle des IT-Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung) sprach sich für einen Kodex aus, der durch „einen Diskurs zwischen Verwaltung, Bürger und Politik“ entstehen müsse.

Allgemein zeigten sich bei der Diskussion der Podiumsteilnehmer, aber auch in den Beiträgen aus dem Publikum, einige Divergenzen. Insbesondere herrschte keine Einigkeit über die Verantwortung der einzelnen Akteure im Netz. Hier wurde beispielsweise auf die internationale Dimension hingewiesen, die es schwierig mache, Verantwortlichkeiten zu regeln. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer allerdings darüber, dass es notwendig sei, die Medienkompetenz bei allen am Netz beteiligten Akteuren zu erhöhen. Die Diskussion zeigte aber gleichzeitig, dass diese Forderung im Widerspruch zu der Komplexität des Internets steht, die es nicht zulässt, dass die Nutzer die technischen Zusammenhänge umfassend durchdringen können. Allgemeiner Konsens bestand darüber, dass wir, wie von Matthias Kammer (Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet) betont, „am Beginn eines größeren Umbruchs stehen“ und eine Debatte über mögliche Reaktionen darauf und aktives Handeln notwendig sind.

 

Das iRights.Lab führt im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) einen zehnmonatigen Evaluationsprozess zur Klärung der Frage durch, ob Deutschland einen Digitalen Kodex braucht. Dabei soll insbesondere erörtert werden, ob eine zunehmend digitalisierte Gesellschaft im Bereich der sozialen Normen neue Regelungen braucht, die nicht sofort gesetzlich ausgestaltet sein müssen. Auftakt des Prozesses war die öffentliche Veranstaltung am 4. Juli in München.

05.12.12

Zeitungskrise und investigative Blogs - Der Wandel von Journalismus im digitalen Zeitalter (Forum)

Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe Open-Up! Politisch kommunizieren zwischen Talkshow, Tweet und Theater mit iRights.lab-Partner Matthias Spielkamp

Das Internet hat uns in seinen Bann gezogen und scheint alles uns Bekannte zu verändern. Vor allem in der Medienwelt ist einiges durcheinander gewürfelt worden und der ein oder andere Verleger kommt in Bedrängnis, denn die Hiobsbotschaften für die Tagespresse nehmen kein Ende: Massive Auflageneinbrüche bei den jüngeren Lesern, Rückgang des Anzeigengeschäfts, immer härtere Konkurrenz zwischen alten und auch neuen Medien, konjunkturelle Krise. Doch was passiert mit dem investigativen, kritischen und politischen Journalismus, wenn die Auflagen der Zeitungen schwinden. Ist das Netz und insbesondere sind Blogs die neue Heimat des kritischen Journalismus? Wie verändert das Netz die Rolle der Printmedien? Brauchen wir jetzt ‚öffentlich-rechtliche Zeitungen‘? Können die Zeitungen ihre Aufgabe als 4. Gewalt noch wahrnehmen? Und führen Blogs etc. zu mehr Öffentlichkeit oder zu mehr sozialen/kommunikativen Blasen? Wie können die komplexen politischen Fragen der Gegenwart verständlich gemacht werden? Welche Reduktionen sind zulässig und welche notwendig?

Mit Lorenz Matzat, Journalist, Unternehmer und Medienpädagoge, Berlin und Matthias Spielkamp

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