03/05/2012

Collateral Copyright: Modularisierte Urheberrechtsfreigaben für die Wissenschaft (ARTIKEL)

Das zuerst in Europa entwickelte Leistungsschutzrecht des Datenbankherstellers (auch Datenbankenrecht genannt oder abgekürzt SGDR für "sui generis database right", in Deutschland implementiert in den §§ 87b ff. UrhG) kann profunde Auswirkungen auf die Wissenschaften haben, soweit diese in immer größerem Umfang auf die Verfügbarkeit großer Datenmengen in elektronischer Form angewiesen sind. Open-Content-Lizenzen wie die Kernlizenzen von Creative Commons oder auch die Open Database License können helfen, die negativen Effekte des Datenbankenschutzes zu lindern. Nicht immer sind diese Standandlizenzen aber für den konkreten Einzelfall optimal geeignet, gehen etwa in der durch sie erzeugten Freigabe zu weit oder nicht weit genug. Eine zusätzliche Feinsteuerung ist über die Kombination von verhältnismäßig restriktiven Standardlizenzen mit auf die jeweilige Anwendung maßgeschneiderten zusätzlichen Freigaben erreichbar. Hierdurch kann beispielsweise eine individuell angepasste Definition des Merkmals "kommerzielle Nutzung" für den jeweiligen Content-Bestand festgelegt werden. Der Preis ist allerdings meist der Verlust der Lizenzkompatibilität und damit einhergehend eine praktisch relevante Einschränkung der Nachnutzbarkeit der freigegebenen Daten. Dieser Artikel beleuchtet das Für und Wider solcher individuell ergänzter Standardlizenzen und der modularisierten Freigabemodelle, die dadurch möglich werden.

(erschienen im Sammelband "Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft", U. Herb (Hrsg.), universaar 2012)